Wie ein Wasserkocher versucht, die Grenzen der Physik zu überschreiten 1


Wasserkocher sind, wie ich finde, ein schwieriges Thema: die einen stinken selbst Jahre nach dem Kauf noch nach irgendwelchen ungesunden Stoffen, die bei der Herstellung verwendet wurden, die anderen haben eine so eigenartige Ausgussöffnung, dass kein Wasser beim Ausgießen durchkommt und unser neustes Modell versucht die Grenzen der Physik zu durchbrechen.

Das Modell nennt sich: Russell Hobbs 15066-56 Thermo Select. Über ein paar Knöpfchen lässt sich die Temperatur genau einstellen. Standardmäßig ist eine Temperatur von 100°C ausgewählt. Und genau das ist der Knackpunkt. Die interene Temperaturregelung versucht nun unter allen Umständen auf diesen Wert zu kommen, egal ob die Plastikteile einschließlich Griff schon zu heiß sind, um sie anzufassen.
Soweit ich mich an den Physikunterricht in der 7. Klasse zurück erinnere, haben wir die Temperatur unseres kochenden Wassers bei einem Experiment kaum über 95°C bekommen. Die Siedetemperatur ist also abhängig vom Luftdruck. Der Luftdruck wird einerseits von der Höhe des Ortes über dem Meeresspiegel, aber auch vom Wetter selbst beeinflusst. Je höher der Ort über dem Meer liegt, desto niedriger ist die erreichbare Siedetemperatur.
Unseren Wasserkocher lässt das aber alles kalt bzw. in unserem Fall heiß. Er will die 100°C erreichen und buttert dazu alles rein, was er an Leistung aus der Leitung ziehen kann. So kocht er munter fünf Minuten rum, um zwei Tassen Wasser auf diese Temperatur zu bekommen. Das Gerät kann man dann nicht mehr anfassen, am Plastegriff verbrennt man sich die Finger. Nun wird vermutlich über die interne Wärmeleitung die Temperatur von 100°C an den Sensor gemeldet.


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Ein Gedanke zu “Wie ein Wasserkocher versucht, die Grenzen der Physik zu überschreiten

  • Daniel

    Eine klare Fehlkonstruktion 😉

    Hab auch schon den dritten oder vierten. Auch scheint die Konstruktion eines Ausgusses, der das kochende Wasser nicht in der ganzen Küche oder auf deiner Hand verteilt, extrem schwierig zu sein. Es funktioniert auf jeden all bei den wenigsten zu 100%.